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Unternehmer spricht mit Mitarbeitern über die Unternehmensnachfolge

Unternehmensverkauf: Wie teile ich den Unternehmensverkauf Mitarbeitern mit?

 

Wenn Sie über den Verkauf Ihres Unternehmens nachgedacht haben, sind Ihnen mit Sicherheit auch die folgenden Fragen in den Kopf gekommen: Wie sage ich meinen Mitarbeitern, dass ich mein Unternehmen verkaufe? Wie werden Sie darauf reagieren, dass ich bald nicht mehr Ihr Chef bin und das Unternehmen an einen neuen Eigentümer verkauft wird?
Fest steht: Kommunikation ist wichtig. Um Ihre Mitarbeitenden auf dem Weg des Unternehmensverkaufs und der Übergabe mitzunehmen, bedarf es einer guten Kommunikationsstrategie. Das gebietet nicht nur der faire Umgang mit den Mitarbeitern, sondern trägt auch maßgeblich zum Erfolg der Transaktion bei. Vorbehalte gegenüber dem Eigentümerwechsel und dadurch drohende Kündigungen – gerade von Schlüsselmitarbeitenden – können für ein Unternehmen existenzgefährdend sein. Denn ein Käufer wird die Personalsituation genau analysieren und auch einen Teil des Kaufpreises an den Erfolg in der Zukunft knüpfen. Eine gute Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern und eine geregelte Übergabe können Ihnen daher auch direkt greifbare finanzielle Vorteile bringen. Daher ist es auf jeden Fall lohnend, sich genauer mit der richtigen Kommunikation Ihres Unternehmensverkaufs zu beschäftigen.

Zunächst die gute Nachricht vorweg: Ihre Mitarbeiter denken mit. Die meisten Ihrer Kolleginnen und Kollegen werden vermutlich nicht aus allen Wolken fallen, wenn Sie verkünden, dass sie Ihr Unternehmen verkaufen werden. Gerade wenn Sie sich altersbedingt zurückziehen, werden Sie überrascht sein, wie viele Mitarbeiter diesen Schritt schon „geahnt“ haben.
Die folgenden Aspekte sollten Sie aber dennoch beachten:

 

Der richtige Zeitpunkt: Wann teile ich den Unternehmensverkauf Mitarbeitern mit?

Auch wenn Sie es intuitiv als fair und transparent empfinden, alle Ihre Mitarbeiter frühzeitig und noch vor Abschluss des Verkaufs über Ihre Pläne zu informieren, birgt dieser Weg verschiedene Risiken:

Risiko 1: Gefährdung der geplanten Transaktion

Das größte Risiko besteht darin, dass Informationen nach außen dringen, bevor die Transaktion abgeschlossen ist. Dies kann weitreichende Folgen haben, wie bspw. den Verlust von Kunden oder das Abwerben von Mitarbeitern durch Wettbewerber. Im schlimmsten Fall kann die Transaktion in Gänze scheitern.

Risiko 2: Frustration aufgrund fehlender Antworten

Wenn Sie noch mitten in den Verhandlungen stecken oder sich gerade erst für einen Verkauf entschieden haben, können Sie ihren Mitarbeitern noch nicht sicher sagen, wie und vor allem mit wem es in Zukunft weitergeht. So führt eine frühe Kommunikation eher zu Frustration als zu Zuversicht.

Risiko 3: Gerüchte und Spekulationen

Ungenaue Informationen sind der Nährboden für Gerüchte und Spekulationen. Diese können sich schnell verselbstständigen. So verlieren Sie die Kontrolle über den Informationsfluss

Risiko 4: Kündigungen aufgrund von Unsicherheit

Die meisten Menschen ziehen Sicherheit der Ungewissheit vor. Können Sie Ihren Mitarbeitern noch nicht alle Fragen zur Zukunft sicher beantworten, kann das zu einem stark ausgeprägten Unsicherheitsgefühl und im schlimmsten Fall daraus resultierenden Kündigungen führen.

 

Unser Ratschlag: Teilen Sie den Unternehmensverkauf nur ausgewählten, vertrauten Mitarbeitern vor Abschluss mit!

 

Trotz der zuvor benannten Risiken kann es sinnvoll sein, zumindest einzelne Mitarbeiter schon vor Abschluss des Unternehmensverkaufs miteinzubeziehen. So können Ihnen gerade Ihre Führungsmitarbeiter dabei helfen, die Informationen zusammenzutragen, die potenzielle Käufer zur Analyse benötigen und auch mit ihrer Expertise weitergehende Fragen beantworten. Zusätzlich kann es zu im Rahmen fortgeschrittener Verhandlungen vom Käufer gewünscht sein, mit den wichtigsten Führungsmitarbeitern Gespräche zu führen. Je mehr diese Mitarbeiter in den Verkaufsprozess eingebunden sind, desto wahrscheinlicher ist, dass sie in diesen Gesprächen in Ihrem Sinne agieren. Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, mit solchen Mitarbeitern zu sprechen, denen Sie Ihre Nachfolge zutrauen – sei es über einen Management-Buy-Out oder als angestellter Geschäftsführer nach Verkauf an einen neuen Eigentümer. Auch für einen potenziellen Käufer ist die Attraktivität Ihres Unternehmens oft höher, wenn bereits im Vorfeld eine operative Nachfolgelösung präsentiert werden kann.

 

Der richtige Käufer: Wie präsentiere ich meinen Mitarbeitern meine Nachfolge?

Eine zentrale Sorge Ihrer Mitarbeiter ist, dass sich das Unternehmen nach dem Eigentümerwechsel radikal verändert und insbesondere Ihre Arbeitsplätze nicht mehr sicher sind. Gerade deshalb kann es für die richtige Kommunikation schon die halbe Miete sein, wenn Sie gegenüber ihren Mitarbeitern einen Käufer präsentieren können, der ihnen ein gutes Gefühl gibt und die Sicherheit vermittelt, auch in Zukunft einen sicheren Job in einem erfolgreichen Unternehmen zu haben. Es lohnt sich in jedem Fall, diesen Aspekt bei der Auswahl des Käufers mitzudenken. (Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag Wer ist der perfekte Nachfolger?)

 

Die richtige Kommunikation:
Was ist der richtige Rahmen zur Kommunikation des Firmenverkaufs?

Sie haben einen passenden Käufer für Ihr Unternehmen gefunden und alles unter Dach und Fach gebracht. Nun möchten Sie nicht nur Ihren Führungskräften, sondern allen Mitarbeitern die Neuigkeit verkünden. Hier gibt es nicht die eine richtige Vorgehensweise oder Art der Ansprache. Jeder Mensch ist anders und Sie können als Unternehmer am besten einschätzen, welche Art der Kommunikation Ihre Belegschaft am besten anspricht. Folgende Tipps stellen jedoch eine gute Grundlage dar:

Tipp 1: Persönliche Kommunikation

Teilen Sie es Ihren Mitarbeitern persönlich mit, bestenfalls in einer Betriebsversammlung. Eine andere Art der Kommunikation wird der Sache nicht gerecht. Auch sollten sie nach Möglichkeit alle Mitarbeiter zeitgleich in großer Runde informieren. Sollten Sie bspw. nach und nach durch die Abteilungen oder Bereiche gehen, besteht die Gefahr, dass sich die Informationen in der Zwischenzeit verselbstständigen und Sie so die Kontrolle über die Kommunikation verlieren.

Tipp 2: Zeigen Sie Ihre Zuversicht

Sie sind davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg auch für das Unternehmen der Beste ist. Das sollte gegenüber Ihren Mitarbeitern zum Ausdruck kommen. Wenn Sie in der Kommunikation Zuversicht und Positivität ausstrahlen, wirkt sich dies auf Ihre Mitarbeiter aus – und umgekehrt!

Tipp 3: Ermöglichen Sie Rückfragen

Ihre Mitarbeiter werden viele Fragen haben. Geben Sie diesen in der Versammlung ausgiebigen Raum. Zudem sollten Sie Ihre Mitarbeiter zum Abschluss des Treffens noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie sich auch im Nachgang direkt im Vertrauen an Sie – je nach Situation und Größe Ihres Unternehmens auch an Ihre Führungskräfte – wenden können. Viele müssen die Nachricht erst einmal verdauen, bevor Sie konkrete Fragen formulieren können oder möchten diese schlicht nicht in großer Runde ansprechen.

Tipp 4: Stellen Sie Ihren Nachfolger persönlich vor

Nach Möglichkeit sollten Sie im Nachgang auch direkt eine zweite Versammlung ankündigen – und zwar mit Ihrem Nachfolger bzw. Käufer. Durch einen gemeinsamen Auftritt mit Ihnen gewinnt „der Neue“ an Glaubwürdigkeit und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern. Gleichzeitig besteht so auch die erneute Möglichkeit, Fragen an Sie und auch die künftige Unternehmensführung zu stellen.

 

Fazit

Jedes Unternehmen ist anders. Den einen richtigen Zeitpunkt oder den einen richtigen Weg der Kommunikation des Unternehmensverkaufs gegenüber den Mitarbeitern gibt es deshalb nicht. Dennoch konnten Sie in diesem Beitrag hoffentlich einige Ansatzpunkte finden, die Ihnen bei der Kommunikation in Ihrem Unternehmen helfen können.

Gerne unterstützen auch wir Sie im Nachfolgeprozess bei der richtigen Kommunikation!

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