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Zwei Berater brainstormen zur optimalen Unternehmensnachfolge im Mittelstand

Warum Nachfolge sicherer ist als Neugründung

Betrachtet man die Anzahl der Existenzgründungen in Deutschland, zeichnet sich ein klar rückläufiger Trend ab: Während 2003 fast 1,5 Millionen Existenzen gegründet wurden, waren es im Jahr 2020 nur 537.000. Und noch ein weiterer Trend fällt bei Betrachtung der Zahlen auf: Der Anteil der Unternehmensübernahmen (sprich Nachfolgen) an den Existenzgründungen stagniert seit vielen Jahren und ist zuletzt sogar gesunken.* Das überrascht nicht nur, weil gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der älterwerdenden Unternehmerschaft in Deutschland immer mehr Nachfolger und Unternehmensübernahmen gebraucht werden (Lesen Sie hier, wie der Nachfolgemangel den deutschen Mittelstand in seiner Existenz bedroht). Dieser Trend ist aber auch aus einem anderen Grund verwunderlich: Denn eine Unternehmensnachfolge im Mittelstand ist deutlich sicherer als eine Neugründung: Während Start-Ups in Deutschland in 80-90% der Fälle scheitern**, haben selbst kleinere mittelständische Unternehmen Ausfallwahrscheinlichkeiten von durchschnittlich unter zwei Prozent.*** Aber warum ist das so? In diesem Beitrag werden die wichtigsten Gründe aufgezeigt, warum eine Nachfolge sicherer ist als eine Neugründung.

Vorteile einer Unternehmensnachfolge

1. Etabliertes Geschäftsmodell

Viele Gründerinnen und Gründer sind überzeugt davon, eine Marktlücke entdeckt oder das neue Geschäftsmodell gefunden zu haben. Doch zum Zeitpunkt der Gründung existiert lediglich eine Idee auf dem Papier – und sonst nichts. Und auch wenn diese Idee noch so gut ist, praxiserprobt ist sie nicht. Oft stellt sich erst in der konkreten Umsetzung heraus, dass es unerwartete Hürden gibt oder Produkte und Dienstleistungen nicht so angenommen werden wie erwartet.
Das ist bei der Nachfolge in einem etablierten mittelständischen Unternehmen anders. Hier gibt es ein etabliertes Geschäftsmodell, was seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in der Praxis funktioniert und vom Markt angenommen wird. Natürlich muss auch hier sorgfältig analysiert werden, wie zukunftsfähig und nachhaltig Geschäftsmodell und Branche sind. Fällt diese Analyse aber positiv aus, ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren plötzlich nicht mehr funktioniert. Hinzu kommt: Auch in einem bestehenden Unternehmen kann man innovative Geschäftsideen umsetzen – oft sogar einfacher als in einem Start-up.

2. Funktionierende Strukturen

Ein neugegründetes Unternehmen startet am Nullpunkt. Es gibt keine Buchhaltung, keine Lieferanten, keine Räumlichkeiten und keine Mitarbeiter. Alles muss neu ausgearbeitet und aufgebaut werden. Das kostet viel Zeit und Mühe – und natürlich auch Geld. Zwar kann theoretisch ein Gründer alle genannten Punkte nach seinen Vorstellungen gestalten. In der Praxis ist dies jedoch oft mit Hürden, Rückschlägen und Kompromisslösungen verbunden. Der Aufbau dieser Strukturen ist deshalb meist mühsam und frustrierend. Das sieht bei einer Unternehmensnachfolge im Mittelstand ganz anders aus. Hier findet der Nachfolger ein funktionierendes Unternehmen mit allen benötigten Strukturen vor. Zwar wird es hier gerade bei Unternehmen, die seit Jahrzehnten am Markt sind, oft Verbesserungs- und Modernisierungspotenzial geben. Jedoch lassen sich solche Verbesserungen mit mehr Gelassenheit, Geduld und Augenmaß umsetzen, wenn man auf einem profitablen und funktionierenden Unternehmen aufsetzen kann.

3. Finanzierung

Eine Existenzgründung ist mit großem finanziellem Aufwand verbunden – das gilt sowohl für eine Neugründung als auch für eine Unternehmensnachfolge. Die wenigsten Existenzgründer verfügen selbst über das notwendige Kapital und sind daher darauf angewiesen, Eigen- oder Fremdkapitalgeber zu gewinnen. Dafür ist gerade bei Start-Ups große Überzeugungsarbeit notwendig. Gerade weil die Strukturen fehlen und das Geschäftsmodell noch nicht erprobt ist, sind Investoren und Banken naturgemäß skeptischer als bei einem etablierten mittelständischen Unternehmen. Und auch wenn es gelingt, Geldgeber zu überzeugen, sind die Konditionen meist deutlich schlechter als bei einem bestehenden Unternehmen. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Unsicherheiten über die Entwicklung des Unternehmens und die zukünftige Ertragslage – und damit auch das Risiko für die Geldgeber – sind bei einem neugegründeten Unternehmen um ein Vielfaches höher als bei einem mittelständischen Unternehmen, das seit Jahren und Jahrzenten verlässliche Erträge liefert.

 

Fazit

Vordergründig erscheint die Gründung eines eigenen Unternehmens gerade für junge Unternehmer sehr attraktiv. Bei genauerer Betrachtung lässt sich jedoch schnell feststellen, dass die Gründung eines eigenen Start-Ups mit großen Hürden verbunden ist: Ein Geschäftsmodell muss entwickelt, Strukturen müssen aufgebaut, Investoren und Banken überzeugt werden. In der Praxis scheitern die allermeisten Start-Ups an diesen Hürden. All diese Schwierigkeiten sind bei der Nachfolge in einem etablierten Unternehmen deutlich geringer oder gar nicht erst vorhanden. Die Misserfolgswahrscheinlichkeit ist entsprechend gering. Zudem können auch in einem bestehenden Unternehmen neue und innovative Ideen umgesetzt werden – oft sogar einfacher als in einem Start-Up.
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Quellen:
* KfW-Gründungsmonitor 2022
** 4investors.de/nachrichten/
*** creditreform-rating.de/de/research/

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